Staatliches Ausbauprogramm

“Das Bundeskabinett trifft sich zur Vorbereitung eines staatlichen Ausgabenprogramms.

Insgesamt geht es um die Verteilung von 24 Mrd. Euro. Sechs Ressorts sollen zu gleichen Teilen bedacht werden.

Zunächst ermittelt das Bundesfinanzministerium, wie viel für jedes Ressort bereitgestellt werden soll.

Federführend ist der Kanzleramtschef, denn nur er beherrscht die Rechenmethode der DIVISION.

 

Er formuliert nun die Rechenaufgabe wie folgt:

24 : 6 =?

Als erstes kommt ihm, dass 6 auf jeden Fall 1 mal in 24 enthalten ist:

24 : 6 = 1

Dann erinnert er sich, dass dieses Teilergebnis von der Ausgangssumme abzuziehen ist:

24 : 6 = 1

– 6

18

Dann erinnert er sich, dass 18 : 6 = 3 ist.

Also kommt er zu dem Ergebnis: 24 : 6 = 13

 

Im Finanzministerium wird der zuständige Staatsekretär mit der „Gegenprobe“ beauftragt.

Gegenprobe zur DIVISION, so weiß er, führt man mit Hilfe der MULTIPLIKATION durch:

13 * 6 = ?

Mit der Bemerkung: „einmal geht das auf jeden Fall“ legt er los:

1 * 6 = 6 und dann – „das weiß ich noch aus der Grundschule“ – kommt 3 * 6 = 18

Und dann addiert er beide Ergebnisse:

6 + 18 = 24

Das Kanzleramt hat nach seiner Meinung also richtig gerechnet.

 

Um jeden Zweifel auszuräumen, beauftragt er seinen Hauptabteilungsleiter, das

Verteilungsproblem mit einer neuen Methode zu überprüfen. Gleichzeitig teilt er ihm

sowohl das Rechenergebnis des Kanzleramtes als auch das Ergebnis seiner eigenen Gegenprobe mit.

 

Der Hauptabteilungsleiter schreitet nur zur Tat und verwendet die Methode der ADDITION. Er schreibt also

das mitgeteilte Ergebnis „13“ sechs Mal untereinander – unter Verwendung des Pluszeichens, versteht sich.

13

+ 13

+ 13

+ 13

+ 13

+ 13

 

Und dann beginnt er mit der ADDITION. Zunächst der linken Spalte: 1 + 1 + 1 + 1 + 1 + 1 = 6.

Dann addiert er zu diesem Zwischenergebnis die Werte der zweiten Spalte:

6  + 3 + 3 + 3 + 3 + 3 + 3 = 24

 

Er informiert den Finanzstaatssekretär, dass er das Ergebnis „13“ mit Hilfe der ADDITION bestätigen könne.

Demzufolge geht umgehend die Nachricht an das Kanzleramt, dass

 

24 : 6 = 13 ist.

 

Von dort geht dann die Nachricht an die sechs antragstellenden Ressorts, dass sie über jeweils

13 Mrd Euro verfügen können.”

von Prof Dr. Hans-Lothar Fischer


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