Rechte und Glockenläuten für Flüchtlinge, Reicht das ????

Sr. Eminenz

Dem Hochwürdisten Herrn

Rainer Maria Kardinal Woelki

Marzellenstraße 32

50668 Köln

 

 

 

Offener Brief

Kopie: an die Medien, an die OB-Kandidaten Frau Reker und Herrn Ott und Herr Maas

 

Eminenz

Wow, 23.000 Glockenschläge in Köln und in 230 Kirchen 100 Mal Glockengeläut, alles für Flüchtlinge, die aus welchen Gründen auch immer, beim Verlassen ihrer Heimat auf dem Weg nach Europa ertrunken sind.

Ich sitze in meinem Garten und kann die Glockenschläge hören. Mir läuft ein Schauer über den Rücken, während die Glockenschläge in meinen Ohren dröhnen. Die Schläge rufen schreckliche Erinnerungen wach. Es sind aber nicht die Fernsehbilder der Flüchtlinge in den Booten, es sind die Menschen, die auf der Flucht von der DDR nach Westdeutschland erschossen worden sind, Erinnerungen an einen Jugendfreund, der es geschafft hat, die Stromschnellen in der Elbe zu überwinden, und die Zeitzeugenberichte „DDR-Massenflucht 1969“ in der Zeitzeugen berichten. Eine Doku von Karoline Kleinert. Ich fange an zu weinen, denn für alle diese Toten, die auf ihrer Flucht erschossen worden sind, haben die Glocken der Kirchen weder in Köln noch in anderen Städten geläutet. Für Menschen, die vor den Foltergefängnissen der DDR geflohen und auf dem Weg in die Freiheit nicht ertrunken, sondern erschossen worden sind, hat kein Erzbischof und keine Kirche 23.000 Glockenschläge läuten lassen.

Aber ich weinte nicht lange, musste ich doch ein bisschen sogar lachen, als ich mich erinnerte, dass ich ja auch ein Flüchtling bin. Die Willkommenskultur damals in Köln war: „was sollen denn die Pimocken hier.“ Da gab es nur zwei Wahlmöglichkeiten: beleidigt zu sein oder es den anderen mal so richtig zu zeigen, was man drauf hat. Letzteres hat mich geprägt.

Nun schlug meine Stimmung um in Zorn. Und weshalb wurde ich zornig? Ich wurde zornig auf die Gesundheitsministerin Steffens, NRW, Frau Ministerpräsidentin Kraft, NRW und Familienministerin Schäfer, NRW. Diese drei Frauen verweigern vehement hilflosen Opfern, denen Schmerzen zugefügt werden, ihre Hilfe. Und mein Mitgefühl für diese misshandelten Kinder verwandelte sich in laute Schreie. Kein Nachbar konnte sie hören, die Glocken des Kölner Doms für die Flüchtlinge waren viel viel lauter.

Ihre Eminenz, Sie läuten die Glocken und fordern für die Flüchtlinge Rechte ein. Wann läuten Sie und die übrigen 230 Kirchen endlich die Glocken für die Kinder, die wöchentlich an Kindesmisshandlungen in Deutschland sterben müssen? Pro Woche sterben 3 Kinder. Seit 20. März 2013 fordern Politiker der CDU, der FDP und der Piratenpartei im Landtag in Düsseldorf, dass sich Ärzte in NRW bei Verdacht auf Kindesmisshandlung austauschen dürfen.

Meldepflicht bei konkretem Verdacht! Ohne wenn und aber.

Vergleich, der an Lächerlichkeit in der Gesetzgebung nicht zu überbieten ist:

Hat ein Kind in der Schule Läuse, so ist das nach dem Gesetz (Bundesseuchengesetz) meldepflichtig. Über den Lehrer, an das Kultusministerium, an das Landratsamt, vom Arzt ggf. an das Gesundheitsamt!

Gibt es aber einen Verdacht auf Kindesmisshandlung, ist das ja keine „Seuche“, nur eine Misshandlung. Der Arzt hat die Klappe zu halten und darf sich nicht austauschen, um schnell eine Diagnose erstellen zu können!

Wo leben wir denn? In einem Rechtsstaat? Ist da in so manchen Gehirnzellen eine Seuche ausgebrochen?

Welcher Mandatsträger beweist sich seit Jahren durch eine galoppierende Intelligenz?

Unterbindet endlich die ( auch rechtlich geduldeten ) Missstände !

 

Es wird lediglich ein JA von nur drei Frauen: Steffens, Kraft und Schäfer, benötigt, damit diese längst überfällige Forderung ins Heilberuf-Gesetz aufgenommen werden kann. Hier schützen drei Frauen seit März 2013 hartnäckig die Täter. Ärzte, Prof. Dr. Tsokos (Charité Berlin) und der Bund der Kriminalbeamten die täglich mit den Opfern zu tun haben, fordern den Austausch der Ärzte bei Verdacht auf Kindesmisshandlung, siehe hierzu auch weitere Informationen auf www.riskid.de

Wenn Sie die Zeit der vielen Kinder – seit 20. März 2013 (erster Antrag) bis 20. Juni 2015 sind es 313 Kinder –die Kindesmisshandlungen erdulden müssen, multiplizieren, bis sie zu Tode misshandelt sind, würden 23.000 Glockenschläge nie und nimmer ausreichen, um die Trauer und das Mitgefühl für diese Kinder auszudrücken.

Oder sind 313 tote Kinder vom 20. März 2013 bis 20. Juni 2015 in Deutschland weder für die Kirche noch für 3 Frauen in der Landesregierung NRW nicht repräsentativ genug verglichen mit mehreren Booten überfüllt mit Erwachsenen und Kindern?

In Berlin sitzt der Justizminister Heiko Maas, der dann auch noch die Straftaten der verübten Kindesmisshandlungen schützt, denn diese dürfen verjähren. Die Glocken der Kirchen müssten jeden Tag läuten, bis auch die Verjährungsfristen wegen Kindesmisshandlungen abgeschafft sind.

Sie, die Landesregierung, dazu gehören auch die 3 erwähnten Frauen, die Bundesregierung, dazu gehört Herr Maas, auch die OB-Kandidaten in Köln, Reker und Ott, SIE alle fordern uns auf, den Flüchtlingen zu helfen.

Ich fordere Sie hiermit auf:

 

  • Unverzüglich in NRW in das Heilberuf-Gesetz aufzunehmen, dass sich Ärzte in NRW bei Verdacht auf Kindesmisshandlung austauschen dürfen
  • Dass unverzüglich die Verjährungsfristen bei Kindesmisshandlung abgeschafft werden.

 

Gerne Glockenschläge für ertrunkene Flüchtlingskinder und Hilfe für überlebende Flüchtlingskinder, aber keine weiteren Gutachten und Mammutanhörungen, mit denen weiterhin den Ärzten in NRR der Austausch bei Verdacht auf Kindesmisshandlung verweigert wird.

Flüchtlingskindern helfen, im Gegenzug aber Kinderrechte und Kinderschutz in Deutschland mit Füßen treten: NEIN

Bitte handeln und nicht nur Glocken läuten und nicht nur im OB-Wahlkampf über Kinder reden

 

Hochachtungsvoll

 

Hannelore Thomas

 

 

 

 

 

 


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